Traubensorten

Weissweine

Fendant

Fendant

Der Fendant (Chasselas oder Gutedel), der rund ¼ des Rebbestandes ausmacht, wird als ein geschätzter, frisch fruchtiger und schmackhafter Wein gekeltert und im ganzen Wallis angebaut. Als Paradepferd des Wallis ist der Fendant der Aperitif- und Begrüssungswein schlechthin. Trocken, ehrlich, rassig und appetitanregend geniesst man ihn zu jedem Anlass. Bei optimaler Reife geerntet vereint er in seinen Geschmacksnoten Finesse, Frische und Eleganz. Gerne wird der Fendant jung getrunken.


Johannisberg

Johannisberg

Der Johannisberg (Sylvaner oder Gros Rhin), die zweitwichtigste im Wallis eingeführte Rebsorte stammt ursprünglich aus dem Rheingau in Deutschland. Die muskulöse Fruchtigkeit gepaart mit einem Hauch von Mandelaroma verleiht ihm sein einzigartiges Aroma. Die Spätlesen verleihen dem Johannisberg einen tiefen Süsskomplex. Der trockene Johannisberg wird innert zwei bis drei Jahren konsumiert, während der edelsüsse Johannisberg über mehrere Jahre, sogar zwei bis drei Jahrzehnte gelagert werden kann.


Malvoisie

Malviosie

Der Pinot Gris oder Grauburgunder, im Wallis Malvoisie genannt, ist sehr wärmebedürftig. Voller Leidenschaft und Üppigkeit schmückt sich der  Malvoisie mit einem kräftigen Goldton und seine delikaten Aromen von Quitten, frischem Moos oder Kamille verleihen seinem weichen und verträumten Körper ein unvergessliches Parfum. Als edelsüsser Wein vinifiziert, wird er von samtenen Rundungen bereichert. Dieser Wein ist lange haltbar (5-10 Jahre).


Muscat

Muscat

Diese kleinbeerige Traube kommt ebenfalls im Süden Frankreichs und im Piemont vor. Das kräftige Aroma mit dem einzigartigen Muscat-Bukett verleiht ihm einen Duft von Litschi und Rosenblüten. Mit seiner feinen Frische und aromatischen Lebhaftigkeit sollte er innerhalb von zwei Jahren getrunken werden.


Chardonnay

Chardonnay

Die auf der ganzen Welt in Mode gekommene Rebsorte hat auch im Wallis Einzug gehalten. Der Chardonnay zeigt sich hier mit einem dichten und kräftigen Körper und einer schönen Vornehmheit. Gewisse Produzenten vinifizieren ihn in Eichenbarriques, während andere ihn auch als Schaumwein verarbeiten.


Ermitage

Marsanne Ermitage

Die Marsanne Blanche stammt ursprünglich aus dem Côtes du Rhône und wurde im 19. Jahrhundert im Wallis eingeführt, wo sie unter dem Namen Ermitage bekannt ist. Es ist ein grossartiger Wein mit einem prächtigen Körper, der durch seine intensiven Aromen, die an Beeren erinnern, und seine Fülle zu bezaubern weiss. Nach einigen Jahren Lagerung entfaltet der Ermitage Aromen von Honig und Wachs oder Trüffeln von einer seltenen Intensität. Immer häufiger wird der Ermitage auch trocken vinifiziert.


Petite Arvine

Petite Arvine

Der im Wallis heimische Petite Arvine ist eine rare und kostbare Perle. Sein feines, schmelzendes und delikates Beerenfleisch verleiht dem Wein höchste Vornehmheit. Seine Aromen erinnern an Blumen und Früchte (Grapefruit oder Rhabarber) und doch ist er sehr delikat und komplex und hinterlässt im Abgang einen leicht salzigen Geschmack.


Amigne

Amigne

Praktisch nur in den Reblagen von Vétroz kommt diese Rarität vor. Sein beeindruckend kräftiges Bouquet verströmt eine herrliche Palette von Aromen mit Noten von Honig und frischen Nüssen oder Mandarinen. Der edelsüsse Amigne (Flétrie) schmückt sich mit einer engelhaften Zartheit, welche die präsente Säure, dank der er lange gelagert werden kann, schön umspielt.


Heida – Païen

Heida

Die im Wallis unter dem Namen Heida – Païen bekannte Rebsorte, wird im französischen Jura Savagnin blanc oder im Elsass und in der Pfalz Traminer genannt. Der Heida besitzt ein delikates Bouquet mit Aromen von Nüssen und Haselnüssen, im Mund präsentiert er sich frisch und körperreich, mit einer schönen Lebhaftigkeit und einem langen Abgang. Visperterminen beherbergt den höchsten Weinberg Europas, welcher Heida anbaut.


Humagne Blanche

Humagne Blanche

Der Wein dieser absolut einheimischen Rebsorte wurde dank seiner stärkenden Eigenschaften, den Wöchnerinnen wieder Kraft zu verleihen, zu einer Legende. Der sehr rar gewordene Humagne Blanche beglückt durch seinen weinigen Charakter, seine feine Säure und seinen Geschmack von einer delikaten Fruchtigkeit, welche an Nadelbäume erinnern.


Lafnetscha

Lafnetscha ist eine Kreuzung aus Humagne Blanche x Completer. Der Name ist vom Begriff der Walliser Mundart abgeleitet, „Laff-nit-scha“, was soviel bedeutet wie „trink nicht schon“. Die Traube wurde immer zu früh geerntet, und musste wegen seiner Herbheit länger ausgebaut werden.

Gwäss

Gwäss, deutsche Bezeichnung Gouais, wird aus der gleichnamigen Rebsorte gekeltert. Der säurebetonte Wein wurde früher als einfacher Durstlöscher getrunken. Durch den hohen Säureanteil wurden die Reben früher gerne am Rande von Weingütern angepflanzt, um die Leute vom Diebstahl der Trauben abzuhalten.

Himbertscha

Himbertscha ist die Kreuzung zwischen Humagne Blanche und einer unbekannten Sorte. Der Name, wahrscheinlich vom lat. Begriff „im bercla“ (Pergola) abgeleitet, gibt sich wohl daher, da die Rebe vorwiegend in diesem System erzogen wurde. Sie erbringt einen strohgelben Wein mit einem Bouquet von Haselnüssen.

Rèze

Reze

Der Rèze wurde gemeinsam mit dem Humagne Blanche im Jahre 1313 erstmals dokumentarisch erwähnt. Die Rebe wird in kleinen Beständen im Wallis kultiviert. Dort wird der Gletscherwein aus ihr gekeltert.


Glacier

Vin de Glaciers aus dem Val d’Anniviers, die klassische Rebsortenmischung, bestand aus Rèze, sowie aus den Sorten Ermitage und Malvoisie. Der helle Wein hat einen hohen Alkoholgehalt und ein dezentes, herbes Bouquet. Die Flaschenweine verfügen über keinen aufgedruckten Jahrgang, da der neu abgepresste Wein jeweils in das Lärchenholzfass mit dem Restbestand vermischt wird. Der Wein ist lange haltbar und ähnelt einem Sherry.

Rotweine

Pinot Noir

Pinot Noir

Der Pinot Noir ist der im Wallis am häufigsten angepflanzte Rebsorte. Der Walliser Pinot Noir ergibt einen besonders grossen Wein, wenn sich zu seiner Konzentration noch eine delikate und subtile Fruchtigkeit, sowie eine aromatische Frische und Eleganz gesellen. Mehrere Winzer präsentieren heute prachtvolle Crus, die mitunter in Barriques ausgebaut werden.


Gamay

Gamay

Der für seine überwältigenden Aromen und die Heiterkeit seiner Fruchtigkeit berühmte Gamay weist eine Ähnlichkeit mit jenen des Beaujolais-Villages auf. Rund, verführerisch und bezaubernd, weist der Gamay hier eine erstaunlich intensive Aromatik auf.


Dôle

Diolinoir

Der Dôle, eine rituelle Assemblage von Pinot Noir (Hauptanteil) und Gamay, hat in den letzten Jahren eine grosse Wandlung durchgemacht. Die Assemblage muss aus mindestens 85% Pinot Noir und Gamay bestehen, wobei hier der Pinot Noir überwiegt. Der Dôle kann aber auch noch 15% weitere rote Sorten enthalten.


Humagne Rouge

Humagne Rouge

Humagne Rouge ist ebenfalls eine Walliser Rarität, welche aber mit der Humagne Blanche keine verwandtschaftliche Beziehung hat. Unter seine ausgeprägten Geschmacksnoten mischen sich die Wohlgerüche der Heide und wilder Beeren. Im Gaumen spürt man die Frucht, die dank der lebhaften Säure eine überwältigende Vitalität hinterlässt.


Syrah

Syrah

Welches Feuer und welcher Schwung stecken in der Vermählung des Syrah mit dem Wallis. Der Syrah wurde 1926 im Wallis eingeführt, seitdem erlebt er mit stolzen Erfolgen einen stetig wachsenden Aufschwung. Er hinterlässt eine konzentrierte, kräftige Frucht mit ausladenenden Aromen von schwarzen Beeren und Gewürzen. Im Gaumen nimmt man einen belebenden und schmackhaften Eindruck mit sinnlichen, von Lakritze geprägten Gerbstoffen, wahr.


Cornalin

Cornalin

Der Cornalin ist eine der ältesten im Wallis angepflanzten Rebsorten. Die ersten schriftlichen Hinweise, welche von der Existenz dieser Rebsorte im Rhonetal zeugen, stammen aus dem Jahr 1313. Der Cornalin vermag jeden Kenner zu begeistern. Von dunkelroter Farbe mit violetten Reflexen präsentiert der Wein ein delikat-komplexes Bouquet mit Nuancen von Veilchen und schwarzen Kirschen und einen perfekten Körper, der zwar in seiner Jugend etwas ungestüm wirkt, mit dem Alter jedoch eine unglaubliche Finesse entwickelt.


Rosé-Weine

Dôle Blanche

Der Dòle Blanche entsteht aus dem gleichen Traubengut wie sein Bruder Dôle, wird jedoch als Weisswein aufgeführt. Die Beeren werden nicht eingemaischt, sondern sofort abgepresst, bevor die Farbpigmente, die sich in der Traubenhaut befinden, den Saft färben lassen. Mit seinem frischen und weinigen Mund vermählt er mit einer harmonischen, feinen Komplexen und ausgewogenen Einheit den Charme und die Lebhaftigkeit eines Weissweins mit der Struktur eines Rotweines.

Oeil-de-Perdrix

Als Rosé, der ausschliesslich aus Pinot Noir gekeltert wird, verdankt der Oeil-de-Perdrix (Rebhuhnauge) diesem seine bezaubernde und schillernde Farbe mit Tönen, je nach Dauer der Maischengährung, welche von kupfrig-golden bis zu lachsrosa reichen. Der jung zu geniessende Wein besitzt eine wunderbare Finesse, ein aromatisches, harmonisches Bouquet mit Aromen von Blumen und Früchten und einen vollen, frischen, geschmeidigen Geschmack mit einem langen Abgang.

Walliser Rosé

Der frische und leichte Walliser Rosé wird geschätzt für seine anmutige und heitere Art, seine Rundheit, seine lebhafte und stärkende Fruchtigkeit. Er wird aus roten Walliser Rebsorten gekeltert, wobei der Gamay oft die Hauptrolle spielt.


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